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Mipim 2004: Mehr Besucher als erwartet

Für viele deutsche Immobilienprofis und -jounalisten war schon im Vorfeld der Mipim klar: Mit dieser Messe geht es bergab. Spekuliert wurde eher darüber, wie stark das Minus ausfallen würde. Nicht darüber, ob es überhaupt eines geben werde. Die Überlegung: Wer muss schon nach Cannes fahren, wenn es doch die Expo Real in München gibt.

Deutsche und internationale Sicht
Das aber ist die Sicht der Deutschen, die, wie schon im Jahr zuvor, deutlich seltener anzutreffen waren. Doch die Mipim ist international. Und gerade Aussteller aus Asien und den osteuropäischen Ländern kamen zuhauf. Insgesamt verbuchte die Messe ein Plus an Besuchern von rund fünf Prozent - 15.155, knapp 900 mehr als 2003. 5.501 Firmen - rund 250 mehr als im Vorjahr - nahmen teil, davon 1.903 als Aussteller. Angesichts dieses Erfolges klang denn auch das Medienecho nach der Veranstaltung anders als zuvor: So zitiert etwa die Süddeutsche Zeitung eine Architektin, die abnehmende Zahl deutscher Aussteller spreche nicht unbedingt für eine abnehmende Bedeutung der Mipim, sondern eher für das gesunkene Interesse an deutschen Standorten.

Gewandeltes Publikum
Sehr viel weniger deutsche Projektentwickler seien in diesem Jahr anwesend gewesen, hat Renate Kölbel vom Maklerhaus Trombello Kölbel Immobilienconsulting beobachtet. Dafür aber zahlreiche deutsche Investoren, etwa Fonds und institutionelle Anleger. Für die bleibe die Mipim sehr interessant.

Auch die Stimmung war in diesem Jahr anders als noch in den Jahren zuvor, sagt Renate Kölbel - verhaltener und damit sehr realitätsnah: "Eine sonst auf Messen doch eher, wenn auch häufig künstlich angeregte, euphorische Stimmung gab es nicht." Insgesamt sei die Mipim wieder mehr eine Entscheider-Messe gewesen und so zu ihren Wurzeln zurückgekehrt: Weniger Standevents und ausgeteilte Großzügigkeiten hätten die Mipim sehr wohltuend auf das Wesentliche reduziert.

Trend-Thema Hotels - Award für Grand Hotel Heiligendamm
Ein Thema für Investoren, so die Meinung vieler Experten, seien angesichts steigender Leerstände und Renditen bei Büroimmobilien immer mehr Hotels. Hier konnte Deutschland auftrumpfen: Das Grand Hotel Heiligendamm heimste als einziges deutsches Projekt einen der begehrten Oscars der Immobilienbranche, den Mipim-Award ein.

Weitere Mipim-Awards gingen an das Metropolitan (Bürogebäude in Warschau), das Kenzo Building (wiederaufbereitetes Bürogebäude in Paris), sowie das Centro Commercial Berceo (Shopping-Center im spanischen Logrono). In der Kategorie Wohnungsbauprojekte behauptete sich Grosvenor Place in Hong Kong gegen die zweite deutsche Nominierung, die Arkadien Asperg. Den Special-Jury-Award erhielt das Bürogebäude Central City in Vancouver/Kanada. (fk)



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