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Anlagenotstand bei Immobilien?

Hohe Liquidität, aber ein Mangel an geeigneten Anlage-Objekten prägen nach Aussagen von Jones Lang LaSalle (JLL) das erste Halbjahr an den europäischen Immobilienkapitalmärkten. JLL schätzt, dass Investoren noch über 100 Milliarden Euro Eigen- und Fremdkapital verfügen. In diesem Umfeld bewegen sich auch die offenen Immobilienfonds, die sich aus Rendite-Gesichtspunkten gezwungen sehen, die zufließenden Gelder zügig anzulegen. Sie alle bewegen sich im selben Marktsegment, machen sich gegenseitig Konkurrenz. Verführt diese Situation nicht dazu, zu nehmen, was es gerade gibt und das zu Lasten der Performance der Bestandsimmobilien?

Werner Welter, als Managing-Director bei der DB Real Estate zuständig für den Erwerb von Immobilien räumt ein, dass es immer schwieriger werde, die Mittel zeitnah und zu attraktiven Renditen zu investieren. Die schlechte Konjunktur insbesondere in Deutschland und in der EU sei nicht ohne negative Auswirkungen auf die Immobilienmärkte geblieben. Dramatisch gestiegene Konkurszahlen, Probleme vieler dot-com-Firmen sowie Personalreduzierungen bei Unternehmen und ein gedämpftes Investitionsklima führten zu einem geringeren Flächenbedarf, besonders im Büroflächenmarkt und folglich zu höheren Leerständen, geringerer Flächennachfrage und sinkenden Mieten. Das beeinflusse natürlich die Renditen für die Bestandsimmobilien.

Der DB-Manger investiert daher - wie übrigens auch die anderen Branchenvertreter - insbesondere in vermietete Qualitätsimmobilien. Dabei werde der Bonitätsprüfung der Großmieter eine besondere Bedeutung zugemessen. Er beachtet dabei zusätzlich bei Neuerwerben, inwieweit die tatsächlich gezahlte Miete mit der aktuell, gegebenenfalls niedrigeren Marktmiete übereinstimme. Demgemäß werde der Kaufpreis angepasst. Diesen Anspruch haben eigentlich alle Marktteilnehmer.

Also doch nehmen, was es gerade gibt? Nein, so Bärbel Schomberg, Geschäftsführerin der Commerz-Grundbesitz-Invest, die den erfolgreichsten unter den offenen Immobilienfonds managt, die Qualität der Objekte und ihrer Mieter seien ausschlaggebend für den Kauf. Auslandsinvestments liegen vorn: Nach einer Umfrage des BVI erwarben die zum Vertrieb in Deutschland zugelassenen Fonds vom 1. Mai 2002 bis 30. April 2003 neue Objekte für insgesamt 12,5 Milliarden Euro, 7,6 Milliarden Euro entfielen auf Auslandsobjekte.


 Liquidität - der Performance-Killer? Diversifikationspotenziale 

 
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