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Unterschiedliche Risikobewertungen

Die Einstufung des Risikos hängt auch davon ab, ob ein privater Immobilienkauf oder eine Projektentwicklung finanziert werden soll. Der Bundesverband freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) weist in diesem Zusammenhang auf einige Nebenwirkungen und ungelöste Probleme hin. Demnach könne der Bau eines Sechsfamilienhauses als eine bei der Risikogewichtung begünstigte private Baufinanzierung gelten. Bei einem Achtfamilienhaus hingegen könne bereits ein Projekt mit einer viel schärferen Risikobewertung vorliegen. Gewerbebauprojekte würden dem Verband zufolge mit einer stark angehobenen Risikogewichtung gerade dann bestraft, wenn das Projekt gut geplant sei: Betroffen seien davon Projekte, bei denen Baulandbeschaffung, Planung und Bauausführung durch einen Investor erfolgen und die Vorabvermietungen "nicht den für Gewerbebauten in der entsprechenden Region üblichen Vermietungsstand" erreichten, schreiben die Experten. Das sei bei großen Projekten in städtischen Lagen jedoch grundsätzlich der Fall.

Der Verband befürchtet, dass Kapital für die Stadtvitalisierung deshalb knapp und zu teuer werden könnte. "Bei fast allen immobilienwirtschaftlichen Investitionen zur Aufwertung großstädtischer Lagen, deren Planung jetzt gerade am Anfang steht, könnte die Finanzierung durch Basel II bereits so verteuert werden, dass die Kalkulation gesprengt wird", warnt BFW-Sprecher Günter Haber.

Private Häuslebauer
Ob und in welcher Höhe sich Darlehen für private Häuslebauer verteuern, wird unter Experten kontrovers diskutiert. Eine Studie der Beratungsfirma Evers und Jung im Auftrag des Bundesverbands der Verbraucherzentralen ergab etwa, dass vor allem junge, noch nicht gut verdienende Familien oder Singles betroffen wären. Auch der deutsche Siedlerbund kritisiert die Regelungen: Gerade für diejenigen, die am meisten auf Fremdkapital angewiesen seien, verteuerten sich Kredite. Der Siedlerbund fordert deshalb, dass beim Rating der Banken auch Faktoren wie etwa Eigenleistungen berücksichtigt werden sollten.

Keine Nachteile für private Häuslebauer sieht Reinhard Wagner, Chef der Bausparkasse BHW: Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass das Ausfallrisiko bei privaten Bauherren so gering sei, dass nicht mehr Eigenkapital als bisher zurückgestellt werden müsse. "Bei Bauspardarlehen der BHW beträgt die Ausfallquote nur 0,07 Prozent", berichtet der Fachmann. Bei gewöhnlichen Darlehen von Hypothekenbanken betrage es im Schnitt nur 0,5 Prozent. Folglich müssten auch so genannte Schwellenhaushalte mit einem Nettoeinkommen von weniger als 2.800 Euro im Monat nicht mit höheren Zinsen rechnen, ist sich der Fachmann sicher. Er weist außerdem darauf hin, dass sich die Konditionen von Bauspardarlehen in keinem Fall ändern werden. Zum einen, weil schon bei Abschluss des Vertrags ein fester Zinssatz vereinbart wird, zum anderen, weil Bausparkunden schon durch das regelmäßige Ansparen ihre Zuverlässigkeit bewiesen hätten.

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