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Brachflächen nutzen

Bauland ist knapp. Besonders in dicht besiedelten Ballungszentren ist es oft fast unmöglich, noch ein Filetstück zu ergattern. Doch es gibt zahlreiche innerstädtische Brachflächen, die auf eine Aktivierung warten. Das sind meist Bahn- und Postflächen, die nicht oder nur unterwertig genutzt werden.

Wie sich Planungs- und Projektbüros den zweiten Frühling solcher Flächen vorstellen, welche Erfahrungen sie bereits gemacht haben, und welche Potenziale sie sehen, war die Fragestellung einer unlängst veröffentlichten Studie des geographischen Instituts der rheinisch-westfälischen technischen Hochschule Aachen. Ausgewertet wurden die Einschätzungen von insgesamt 207 Professionals aus ganz Deutschland, die einen umfangreichen Fragebogen beantwortet hatten. Schwerpunkt der Erhebung waren Bahn- und Postflächen, da die Forscher hier ein großes Potenzial vermuteten.

Großes Interesse
Für Planer und Projektentwickler ist die Stadt- beziehungsweise Standortentwicklung auf innerstädtischen Brachflächen insgesamt von hoher Bedeutung. 95 Prozent der Befragten antworteten so. Am interessantesten sind für sie Bahn- gefolgt von Industrie- und Postflächen. Weit abgeschlagen auf den letzten Plätzen lagen kirchenzugehörige Grundstücke und Verkehrsflächen. Die Potenziale für eine Folgenutzung von Bahn- und Postgrundstücken im Vergleich zu anderen Brachflächen schätzen mehr als die Hälfte der Befragten hoch ein. Nur 38 von 207 Befragten sehen hier ein nur mäßiges Entwicklungspotenzial.

Interessant: je höher dieses Potenzial eingeschätzt wird, desto unkonventioneller und hochwertiger die Ideen für eine Umnutzung. Umgekehrt schlagen diejenigen, die nur ein mäßiges Entwicklungspotenzial sehen, eher unterwertige Folgenutzungen - etwa als Parkplatz - vor.

Unterschiedliche Nutzung
Bei der Frage, wie denn genau die Bahn- und Postflächen umgenutzt werden sollen, scheiden sich die Geister. Knapp in Führung: Büro-, gefolgt von Einzelhandelsflächen. Doch auch eine Nutzung für Freizeit und Wohnen können sich viele Planer und Entwickler vorstellen. Abgeschlagen dagegen: Parken, Bildung und Gesundheit. Außerdem fanden die Forscher heraus, dass es eine hohe Akzeptanz für Nutzmischformen gibt.

Probleme in der Praxis
Die Immo-Profis haben in der Praxis allerdings nicht immer nur gute Erfahrungen gemacht. Altlasten können ein Problem sein, mit verkrusteten Bürokratiestrukturen musste sind auch schon so manch Planer herumschlagen. Ebenfalls im Kreuzfeuer der Kritik: die Preisvorstellungen für Brachflächen, die bisweilen als überzogen empfunden werden.

Insgesamt meinen die meisten der Befragten, dass eine Neu- beziehungsweise Umnutzung von Brachflächen die Attraktivität der Innenstadt steigern und diese erweitern kann. Auch die Erhöhung der Wertschöpfung am Standort ist für die Immo-Profis ein wichtiger Aspekt. Doch nicht überall gibt es ein Potenzial. Viele der Befragten wiesen auf die Sondersituation in Ostdeutschland hin: hoher Leerstand und Flächenüberangebot. Die Konsequenz: Hier gibt es keinen Bedarf.

Die Studie "Immobilien-Standort-Entwicklung: Eine empirische Untersuchung zu Trends der Standortentwicklung auf Brachflächen in Innenstädten" kostet 24 Euro und kann bestellt werden bei der:

Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH)
Geographisches Institut
Dr. Rudolf Juchelka
Wüllnerstraße
52056 Aachen

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