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Große Veränderungen
Noch größer ist die Veränderung bei den geschlossenen Immobilienfonds.
Das Produkt kam erst mit der Sonderabschreibung Ost zur vollen Blüte. Für
Anleger mit einem hohen Steuersatz war es möglich, das gesamte
Beteiligungskapital über die Steuerersparnis zu finanzieren. Die
Fonds mit den höchsten Verlustzuweisungen wurden am meisten nachgefragt - unabhängig
von der Qualität der Immobilie. Viele Investoren haben dramatisch Kapital
verloren, viele werden es noch. "Gier frisst Hirn" - selten traf ein Spruch so
zu wie in dieser Goldgräberzeit. Also setzte der Zug ins Ausland ein. USA- und
Hollandfonds boomten, jetzt ist der Zug der Initiatoren in Osteuropa angekommen.
Dort ist die Mietrendite höher und teilweise die Ausschüttung (in den USA und Holland)
aufgrund Doppelbesteuerungsabkommen ganz oder teilweise steuerfrei.
Excel kennt kein Risiko
Andere Initiatoren blieben in Deutschland und griffen teils tief in die
(Risiko-)Trickkiste: Ein hoher Fremdfinanzierungsanteil, teils in Schweizer
Franken oder gar japanischen Yen, ermöglicht Leverage-Effekte, treibt die
rechnerisch prognostizierte Rendite nach oben und ermöglicht hohe geplante
Ausschüttungen. Excel kennt schließlich kein Risiko. Die Initiatoren
erwarben vor wenigen Jahren noch Kinos - deren Betreiber heute vielfach
Krisen gebeutelt sind - und setzen aktuell oft auf Hotels, Logistik- und
Freizeitobjekte, der Rendite wegen.
Unterreiner Fazit: Ein geschlossener Fonds kann eine gute Sache sein,
wenn es denn der richtige ist. Doch weder Banken noch Steuerberater sind
Ratgeber, auf die sich der Anleger blind verlassen kann.
Aus: Der Immobilienbrief
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